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'VON WIEN NACH BERLIN'

 
Tradition ist die Weitergabe des Feuers, nicht die Anbetung der Asche.
— Gustav Mahler

Gustav Mahler, Komponist, Dirigent, Musikgenie des frühen 20. Jahrhunderts. Gustav Mahler, eine Annäherung: Versatzstücke, Melodien, Fragmente seiner 9 Sinfonien wurden neu aufgenommen und arrangiert, Kernmomente herausgefiltert und komprimiert in 9 Songs. Gustav Mahler, der Schöpfer allumfassender Klangwelten, wird neu gehört, neu gefühlt, neu getanzt. Das Album 'Mahler' – eklektisch, elektronisch, analog.

Frühling 1903. Nach dem Besuch der Auferstehungssinfonie Gustav Mahlers an der Wiener Hofoper besteigt Albert Einstein am Wiener Südbahnhof den Franz Josef-Express nach Berlin. Die Fahrt geht über Maiernigg nach München, von Düsseldorf durch den schönen Harz. Einstein schreibt in sein Tagebuch: 'Wer es sich leisten kann, unser Land mit der Eisenbahn zu bereisen, wird schnell feststellen: Wir leben in einem Paradies. Deutschland ist ein wunderschönes Land.' Als der Zug später im Anhalter Bahnhof einfährt, schreckt Einstein aus dem Schlaf und kritzelt vor dem Ausstieg hektisch auf seine Fahrkarte: Zeit + Raum + Seyn = Traum?

Sommer 1913. Nach dem Besuch der dritten Sinfonie Gustav Mahlers an der Wiener Hofoper besteigen Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau Sophie am Wiener Westbahnhof die Kaiserin Elisabeth-Bahn nach Sarajevo. Die Fahrt geht über Linz nach Salzburg, von Laibach bis nach Senitza. Der Erzherzog weist seinen jungen Stabsoffizier Ernst Jünger an: 'Bringens meiner Gemahlin doch a Red Bull!' Während Jünger im überhitzten Speisewagen auf das Getränk wartet, notiert er: 'Wir neigen zu dem Glauben, dass die Katastrophe sich weithin sichtbar ankündet, und daß bedeutende Zeichen ihr vorausgehen. Weit häufiger ist jedoch der Fall, daß ein historisches Gebäude durch Ameisenfüße untergraben wird.'